Komposthaufen bauen – wie ihr euren Garten schädlingsfrei halten könnt

Ein kreativer Kopf kombiniert mit handwerklich geschickten Händen vermag es, für Außenstehende das ein oder andere Wunder zu vollbringen. Tische, Kleiderschränke, Fernsehmöbel – alles mögliche kann eigens kreiert werden. Für Grundstücke mit Garten in den Händen von Selbstversorgern ist vor allem auch die Kompostierung ein wichtiges Thema. Denn ein Komposthaufen ist nicht einfach nur eine Anhäufung von irgendwelchen biologischen Produkten; sein Aufbau und die Einteilung der Schichten folgt einem bestimmten Schema, ohne dem die Kompostierung in ihrer effektivsten Form nicht möglich wäre.

Quelle: Komposter Test

Wie funktioniert der Komposthaufenbau?

Mit ein paar wenigen Holzspaten (je nach dem, wie hoch ihr die Kiste bauen wollt), lassen sich bereits kleine Komposthaufen schaffen. Die einzelnen Bretter sollten idealerweise 4 cm dick, 100 cm lang und 10 cm breit sein. Ihr solltet bei der Anschaffung darauf achten, dass ihr ein möglichst robustes und witterungsbeständiges Material nehmt, da es auch bei Regen und Sturm standhalten muss. Falls ihr nicht sicher seid könnt ihr das Holz mit Holzschutzmittel einstreichen. Abgesehen von den Brettern benötigt ihr außerdem Maschendraht und Kantenholz mit einer große von etwa 5 x 5 cm.

Das Basteln erfolgt dann in ein paar einfachen Schritten.

Schritt 1:

Wenn eure Bretter noch nicht die richtigen Maße haben, müsst ihr sie zuschneiden. Die einzelnen Bretter benötigen Ausschneidungen, um die Bretter ineinander verankern zu können. Die Ausschneidungen sollten so breit sein, wie die Bretter dick sind. Ihre Höhe sollte ein Viertel der Brettbreite betragen.

Schritt 2:

Der aufwendigste Teil der ganzen Arbeit ist mittlerweile getan. Als nächstes wird zusammengebaut. Dabei verankert ihr die Bretter ineinander, sodass sich ein gleichmäßig geformtes „Gefäß“ ergibt. Es sollte kein Spielraum bleiben der die Bretter instabil macht. Der selbe Vorgang wird mit allen Brettern gleich vorgenommen. Ist das quadratische Gestell einmal gebaut, müsst ihr noch die Kanthölzer an den Ecken montieren. Dies macht das Gesamtkonstrukt stabiler, ohne dass Schrauben oder Bohrmaschine von Nöten sind.

Schritt 3:

Der Maschendraht eignet sich hervorragend zum Auslegen des gesamten Bodens im Gestell. Dadurch können keine Wühlmäuse oder ähnliches Getier von unten in den Komposthaufen eindringen kann.

Schritt 4:

Nun könnt ihr das Gestell mit den Materialien auslegen. Besonders sinnvoll ist der Einsatz folgender Elemente:

  • vorgetrockneter Schnittrasen
  • zerkleinerter Baumschnitt
  • Laub
  • Beet- und Balkonpflanzenreste
  • verbrauchte Blumenerde
  • Obst- und Gemüsereste (allerdings keine Zitrusfrüchte und Bananenschalen)
  • Kaffeesatz und Teeblätter in begrenzter Menge
  • Sägemehl und Holzhäcksel von unbehandeltem Holz

Eine Vielfältige Mischung ist zwar wichtig für eine gute Verrottung, es gibt jedoch auch einiges das in einem Komposthaufen nichts zu tun hat:

  • Pferdemist
  • Grillkohlereste und Holzasche
  • samentragendes Unkraut
  • Straßenschmutz oder der Inhalt eines Staubsaugerbeutels
  • Tierstreu (Boxenstreu für Pferde, Kleintier- oder Katzenstreu)
  • Pflanzenreste mit Krankheitsbefall (zB. Pilze)
  • Windeln
  • Taschentücher
  • Pflanzen, die von einem Buchsbaumzünsler „bewohnt“ werden
  • gekochte Essensreste

Mit ein wenig Know How lässt sich ein biologisch wertvoller und kostengünstiger Verwerter vieler Überreste in eurem Garten unterbringen. Entgegen vieler Meinungen stinkt ein Komposthaufen bei korrekter Handhabe kaum. Die langweilige Holzoptik kann dekorativ mit einer charmanten Außenhülle aufgepeppt werden, wodurch auch das gesamte Gartenbild nicht gestört wird. Durch die Kompostierung erhaltet ihr wertvolle Düngemittel, sondern können Gartenabfälle unauffällig wieder ihrem Garten zuführen. Der Bau ist in kurzer Zeit fertiggestellt, sehr kostengünstig und erfordert keinerlei spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten. Durch die Kompostierung werden sogar noch nützliche Insekten angelockt, die Schädlinge als Hauptnahrungsmittel bevorzugen und ihren Garten so vor weiterem Schädlingsbefall schützen. Alles in allem ist die Grundstückseigene Kompostierung also äußerst vorteilhaft; vor allem für Selbstversorger mit eigenem Obst-, Gemüse- oder sonstigem Ackeranbau.