Ein Regal für Kaminholz – eigentlich ganz schnell und simpel

Es war einer dieser Samstage, an denen ich schon so eine diffuse Ahnung hatte, ich müsste bestimmt noch einmal in den Baumarkt. Als ich kurz vom Rasenmähen ins Haus kam, hörte ich seltsame Geräusche aus dem Wohnbereich. Es polterte heftig und dann erkannte ich die Finanzministerin – sie fluchte. Ich näherte mich vorsichtig, um zu schauen, was da eigentlich los war. Die Dame des Hauses flucht eher selten, aber nun sah ich, sie kämpfte mit dem Staubsauger in der Ecke neben unserem Kaminofen. Sie hat es nämlich gern „sauber und ordentlich“, da versteht sie keinen Spaß und fuhrwerkt mit dem Aschestaubsauger. Ich bot meine Hilfe an. Sie erklärte, ich könne ihr nicht helfen, das Kaminholz sei eben immer schmutzig und unordentlich und überhaupt könne man dort, wo es auf dem Fliesenboden aufgestapelt ist, nie richtig sauber machen. Ich zog in Betracht, dass sie Recht haben könnte und fing an zu überlegen.

Ob wir ein Regal aufstellen oder einen Schrank vielleicht? Wir kamen nach kurzer Beratung zu dem Schluss, dass die Belüftung nicht ausreichend wäre und dann Regal oder Schrank auch noch geputzt werden müsste. Das Kaminholz ist eben nie so ganz sauber und oft ein bisschen feucht, wenn wir es von draußen herein holen. Gelegentlich sitzen auch Spinnen und anderes Getier zwischen den Scheiten oder es hängen dürre Blätter daran. Außerdem verstaubte das Holz in der wärmeren Jahreszeit und ließ sich wegen der rauen Oberflächen nicht gut säubern. Wir brauchten zur Aufbewahrung also etwas, das selbst nicht schmutzig wird und Rundumbelüftung für das Holz bot. Mir fiel auf, dass es im Grunde die gleichen Probleme waren, die man auch bei der Lagerung von Obst oder Kartoffeln hat. Ein Obstregal musste her, nur größer und stabiler! Jeder kennt doch diese Hängekörbe, die man für Obst in der Küche hat. Das müsste sich doch skalieren lassen? Und schon war ich auf dem Weg in den Baumarkt.

Einen stabilen Haken, um das Ganze an der Decke aufzuhängen, fand ich schnell. Seine Belastbarkeit bis 100 Kilogramm erschien mir ausreichend. Dazu nahm ich drei Ketten, in der Länge etwas kürzer als die Raumhöhe. Nur für die Körbe, die die einzelnen Etagen des Hängeregals ergeben sollten, fehlte mir noch die ultimative Idee und so bummelte ich weiter durch den Heimwerkermarkt auf der Suche nach Inspiration. Fahrradkörbe wurden kurz erwogen und wieder verworfen, mir sagte die eckige Form nicht zu.

Fündig wurde ich schließlich in der Haushaltsabteilung. Dort gab es sehr stabile Metallkörbe, die wohl zum Trocknen von gespültem Geschirr gedacht waren. Sie waren flacher als Fahrradkörbe, rund und silberfarben beschichtet. Das gefiel mir. Etwas in der Art hätte ich mir notfalls von einem Metallbauer anfertigen lassen, wenn ich gar nichts passendes gefunden hätte. So etwas kostet nicht die Welt. Ich rechnete kurz nach, wenn ich 100 Kilogramm Last insgesamt unterbringen kann, dann sollten vier Etagen, die mit jeweils maximal 25 Kilogramm Holzscheiten bestückt werden könnten, gut passen. Um die Körbe an den Ketten zu befestigen, holte ich noch 12 S-förmige Haken. Ich war sicher, dass die Finanzministerin mit den Ausgaben für das neue Kaminholzregal mehr als einverstanden sein würde und machte mich auf den Heimweg, um sofort zur Tat zu schreiten.

Die Befestigung des Hakens an der Decke erforderte natürlich ein bisschen Sorgfalt. Es ist eine ganz normale Holzbalkendecke, die nach unten mit Rigipsplatten verkleidet ist. Ich musste einen Balken finden und den Haken möglichst mittig einschrauben. Das war in diesem Fall sehr einfach, weil wir einen Bungalow haben und ich vom Dachboden aus die Abstände zu den Wänden der Kaminholzecke einfach abmessen konnte. Wenn man diese Möglichkeit nicht hat, kann man aber auch ein Holzsuchgerät verwenden, falls man nicht weiß, wo genau Balken verlaufen.

Nachdem der Haken in der Decke war, fehlten nur noch ein paar Handgriffe. Ich hängte die Ketten oben in den Haken ein und dann befestigten wir die Metallkörbe mit den Haken an den Ketten. Schnell war das Kaminholz in die vier Etagen gestapelt. Donnerwetter! Das sah sogar richtig gut aus. Und es bewährte sich tatsächlich, denn so hing das Kaminholz nun optimal belüftet in der Ecke und sämtlicher Schmutz krümelte durch die Gitterkörbe nach unten auf den Boden. Dort fegt, saugt oder wischt man aber ohnehin, sodass keine zusätzliche Arbeit mehr anfiel, um das Kaminholz ordentlich zu halten. Da es keine dunklen, feuchten Zwischenräume mehr gab, fühlten sich Krabbeltiere dort auch nicht mehr wohl und zogen woanders hin. Mission erfüllt!