Dem Schimmelpilz den Garaus machen – wertvolle Tipps zur Beseitigung

Jeder kennt ihn, keiner will ihn: Schimmel ist im Eigenheim, in der Garage oder in der Werkstatt der wohl ungewollteste Mitbewohner überhaupt. Ungefragt taucht er einfach auf und verschwindet für gewöhnlich gar nicht mehr von alleine. Schimmel kann verschiedene Ursachen haben, die bei der Bekämpfung ausschlaggebend sein können. In den meisten Fällen entsteht er durch aufgestaute Feuchtigkeit und breitet sich durch eben diese auch weiter aus. Die Herausforderung ist aber, dass nicht jede Art von Schimmel sichbar ist. Mitunter erkennt man ihn nur am Geruch und das Aufspüren stellt sich als Herausforderung dar.

Arten von Schimmel und ihre Bekämpfungsmethoden

Penicillin

Da Penicillin nicht zwangsläufig als schädlich für den Menschen gilt ordnen ihn Fachmänner der Mikrobiologie zu. Interessant zu wissen ist, dass aus ihm die Substanzen gewonnen werden, die in vielen Antibiotika zu finden sind; der Schimmelpilz ist also im Stande, Leben zu retten. Er tritt für gewöhnlich bei verdorbenen Lebensmitteln auf und lässt sich vermeiden, indem diese Lebensmittel nicht zu lange im Kühlschrank (oder außerhalb) aufbewahrt werden. Ein Lüften hätte in diesem Fall keinen Erfolg.

Der Hausschwamm

Gefährlicher als Penicillin sind der Hausschwamm. Diese Art von Schimmelpilzen kann im schlimmsten Fall Decken, Wände oder ganze Gebäude einstürzen lassen. Ohne ihn zunächst zu erkennen breitet er sich im Normalfall in den Mauern aus wenn die Holzfeuchte zwischen 40 % und 50% liegt. Wenn dem Pilz an Feuchtigkeit fehlt, verfällt er in eine Art Starre, die bis zu zehn Jahre andauern kann. In dieser Zeit fällt der Pilz auch nicht ab und kann sich bei aufkommender Feuchtigkeit jederzeit wieder weiterbilden. Bei Erkenntnis des Hausschwamms besteht Meldepflicht und dringender Handlungsbedarf. Konstruktiver Holzschutz beugt dem Befall bereits vor und chemischer Holzschutz verhindert den Pilz ebenfalls im Vorfeld. Zur Bekämpfung kann außerdem Hitze in Betracht gezogen werden (Heißluftverfahren), da der Hausschwamm bei einer Temperatur ab mindestens 50°C abstirbt.

Der Schwarzschimmel

Er befällt vor allem Zimmerwände, Ecken und Mauern, allerdings auch Lebensmittel. Dieser wirkt auf den Menschen giftig und gefährdet in zu hohem Ausmaß die Gesundheit. Er beinhaltet Ochratoxin und kann Vergiftungserscheinungen beim Menschen hervorrufen. Schwere Nierenerkrankungne können die Folge sein. Zimmertemperaturen ab 36°C sind mit besonderer Vorsicht zu genießen, da sich der Pilz dann besonders gerne einnistet und ausbreitet. Mit Essig, Wasserstoffperoxyd oder hochkonzentriertem Alkohol (mindestens 70 %) lässt sich der Schwarzschimmel gut bekämpfen. Anschließend sollte aber die Luftfeuchtigkeit im Raum geregelt werden, zum Beispiel einen Testsieger im Luftentfeuchter Test, denn anderenfalls breitet sich der Pilz mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit erneut aus.

Weißer Schimmel

Die Gefahr des weißen Schimmels besteht darin, erst sehr spät entdeckt zu werden. Oftmals ist das erste erkennbare Zeichen der Geruch, der unter die Kategorie „modrig“ fällt. Da Wände meist weiß gestrichen sind wird der Pilz oft verkannt und nimmt ungehindert an Größe zu. In Ziegelkellern wird er auch gerne mit der sogenannten Salzausblühung verwechselt. Wie bei den meisten Schimmelpilzen in Räumlichkeiten ist hier überdurchschnittlich hohe Feuchtigkeit die Ursache, die erst behoben werden muss. Je näher die Raumfeuchtigkeit bei 60% liegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dass der Pilz wächst. Mehrmaliges Stoßlüften am Tag kann der Bildung von Schimmel bereits im Vorfeld entgegenwirken, wobei sich auch ein Hygrometer sinnvoll Einsätzen lässt.

Fazit zur Raumluftentfeuchtung

Heutzutage sind rund 250.000 verschiedene Typen von Schimmelpilzen bekannt. Nicht jeder befällt Wände oder Lebensmittel. Manche verstecken sich in den Mauern und werden über Jahre hinweg nicht entdeckt. Schimmelpilze zu entdecken, obwohl der eigenen Meinung nach gar keiner vorhanden ist, stellt sich als besonders schwierig dar, solange nicht tatsächlich ein markanter Geruch auftritt. Dennoch können die Pilze die menschliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Zur Bekämpfung reicht oft nicht irgendein günstiges Pilzmittel aus dem Handel, da diese nur die Verbreitung hindern oder die Erscheinungen lindern. Sie bekämpfen jedoch die Ursache nicht, die schlussendlich immer und immer wieder für die erneute Ausbreitung von Schimmelpilzsporen verantwortlich ist. Wer also einmal einen Pilz erfolgreich bekämpft und vernichtet hat, der sollte in Zukunft darauf achten, dass die Gegebenheiten (Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit oder lange Lagerung von Lebensmitteln) keinen Grund zur erneuten Bildung eines Schimmelpilzes geben.

Achtung: Ein bloßes Übermalen von Wänden um den Pilz zu verstecken behebt das Problem nicht. Wenn der Pilz wächst und die Poren sich ausweiten kriecht er durch mehrere Schichten Farbe problemlos hindurch. Weitaus sinnvoller ist es, darauf zu achten, ob vielleicht Silberfische mit einem im Heim hausen. Viele erachten sie als Schädlinge und nerviges Kleingetier. In Wahrheit jedoch sind sie wahrliche Nützlinge. Und nicht nur das; sie sind ausgezeichnete Indikatoren für Schimmel. Sie verstecken sich gerne an dunklen Stellen und meist tritt an diesen Stellen Schimmel auf; wenn auch nur leicht. Außerdem zeigen sie den Schimmel nicht nur an und lokalisieren ihn, sondern sie vernichten ihn auch: Schimmel ist das Hauptnahrungsmittel der oft so unliebsamen und wenig geschätzten Silberfische.

Als Hausmittel gegen Schimmelpilz eignen sich allenfalls Wasserstoffperoxyd, Essig, mindestens 70 %iger Alkohol oder Brennspiritus. Aber Achtung: Halten Sie unbedingt offenes Feuer auf Abstand! Bei der Bekämpfung von Schimmelpilzen sollte unbedingt auf Schutzkleidung geachtet werden (Handschuhe, Gesicht und Körperanzug), da der Pilz in einer Art Schockzustand stäuben und streuen kann.